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«Seine Meinung hat Gewicht»

16.01.2012 Archiv Davoser Zeitung

«Seine Meinung hat Gewicht»

Traditionell ist die erste Sitzung des Davoser Grossen Landrats auch die konstituierende. Neben der Wahl des neuen Landratspräsidenten und seines Vize gab es zwei Neue im Parlament zu begrüssen und zu vereidigen.

Barbara Gassler

Für einige wenige Minuten bis zur Wahl des neuen Landratspräsidenten obliegt es jeweils dem Landammann, die Versammlung zu präsidieren. So auch am vergangenen Donnerstag. Nach der Vereidigung der beiden Neuen im Parlament, Peter Däscher (BDP) und Philipp Wilhelm (SP), nutzte Hans Peter Michel dann die Gelegenheit für einen kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr und eine Vorschau auf das kommende. 2011 sei ein durchschnittliches Jahr gewesen, in dem es  sowohl Positives wie Negatives gegeben habe. «2012 ist das letzte Jahr der Legislatur. Prägendes Ereignis werden sicherlich die Neuwahlen vom kommenden 17. Juni sein. Daneben werden wir uns aber auch mit der Hotelinitiative, dem Agglomerationsprogramm und Mehreinnahmen für die Gemeindekasse beschäftigen», stellte er für das aktuelle Jahr in Aussicht.

Davos ist etwas Besonderes

Ohne Gegenstimmen wurde im Anschluss Simi Valär (FDP) zum höchsten Davoser gewählt. Der Dorfer Bauer sitzt nach 2003 – 2005 zum zweiten Mal im Davoser Parlament und sitzt im Bündner Grossen Rat. Er vertrete das liberale Gedankengut alter Schule, beschrieb Michel den Parteikol-legen nach der Wahl. «Valär hat Augenmass, und seine Meinung gilt zu Recht.» Er freue sich auf dieses Jahr, in dem er dem Rat nach aussen hin ein Gesicht geben dürfe, übernahm Valär anschliessend das Wort. «Unsere schöne Gemeinde hat es verdient, dass wir uns alle, egal wo wir tätig sind, mit Kopf, Herz und Verstand für sie einsetzen. Wir alle zusammen bilden die Gemeinde, wir alle miteinander sind Davos.» Besonders sei Davos, nicht weil die Davoser besonders gut seien, nicht eine besonders gute Politik betreiben würden oder eine besonders schöne Landschaft hätten, fuhr er fort. «Das Besondere an Davos ist seine Vielfalt.» Und es sei sicherlich diese Vielfalt, die geholfen habe, die Gemeinde bis weit in die Welt hinaus bekannt zu machen. «Dazu müssen wir Sorge tragen.»
 
Zu wenig wissen voneinander

In dieser Vielfalt sei es nicht einfach, den Überblick zu behalten, und es bestehe Gefahr, dass man nicht mehr wisse, was das Gegenüber mache und vor allem, welche Probleme sie oder ihn beschäftigten, sinnierte Valär. An seine Ratskollegen gerichtet sagte er: «Ich weiss zum Beispiel viel zu wenig von Ihnen, wo bei Ihnen der Schuh drückt, sei es im Beruf, in Ihrer gesellschaftlichen Tätigkeit oder auch privat.» Doch sei es so, dass nur, wenn er wisse, wo jemand Probleme habe, er verstehen und versuchen könne mitzuhelfen, eine Lösung zu finden. In einer hoch technisierten Kommunikationswelt mit Mail, Handy, Twitter und Facebook sei es umso wichtiger, dass in einem einfachen Gespräch gespürt werde, wie es dem Gegenüber gehe. «Erst wenn ich ihm oder ihr in die Augen schauen kann und seine Reaktion im Gesicht erkenne, weiss ich, wie es ihm wirklich geht», sagte der neue Landratspräsident und forderte alle auf, vermehrt miteinander in Dialog zu treten, einander wahrzunehmen und zu spüren versuchen, wo der Schuh drücke. All das mit dem Ziel, einander besser zu verstehen.
Seine Ausführungen schloss Valär mit einem besonderen Dank auch an seine Familie: «Ihr seid diejenigen, die es mir überhaupt ermöglichen, mich so umfangreich in der Öffentlichkeit zu engagieren.»

Weitere Wahlen

Genauso reibungslos wie vorher die Wahl des Landratspräsidenten ging anschliessend auch die Bestimmung des Vizepräsidenten vonstatten. Die SVP-Fraktion schlug Hans Bernhard vor, der einstimmig ins Amt gewählt wurde. Ebenfalls keinerlei Opposition erwuchs dem Vorschlag der SP, Philipp Wilhelm zum Mitglied der Geschäftsprüfungskommission (GPK) zu bestimmen. Und auch die Kür von Franziska Radelow-Fopp (FDP) zu deren Präsidentin erfolgte ohne Gegenstimme.


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