Die Arbeit ging nicht aus
12.01.2012
Archiv Davoser Zeitung

Im Vorfeld der Urlaubsperiode zwischen dem 24. Dezember und 8. Januar wurde die Befürchtung laut, der Umsatz könnte auf gewissen Gebieten aufgrund der Frankenstärke um bis zu 20 Prozent einbrechen.
Diese Befürchtungen haben sich zwar nicht bewahrheitet. Trotzdem lief das Geschäft nicht überall gleich gut.
Pascal Spalinger
Der Wettergott meinte es in den letzen Wochen nicht unbedingt gut mit der Region Davos. Zwar gab es auch einige sonnige Abschnitte, die meiste Zeit jedoch hatte Frau Holle ihre Finger im Spiel. Es schneite, was runtermochte. Dementsprechend negativ fiel die Festtagsbilanz für die Bergbahnen und Skigebiete aus. An diversen Tagen war wegen starkem Wind und Lawinengefahr an ein Öffnen der Pisten nicht zu denken. Yves Bugmann, Finanzchef der Davos Klosters Bergbahnen, zieht ein Fazit, das an Deutlichkeit kaum zu übertreffen ist: «Im letzten Jahr schien zum gleichen Zeitpunkt mehrheitlich die Sonne, diesmal war das Wetter mehrheitlich schlecht.» Die Differenz falle daher deutlich negativ aus. Pius App stellt auf Anfrage fest, dass auch der Umsatz der Schatzalpbahnen unter dem schlechten Wetter gelitten habe. Er sei jedoch stolz auf die Leistung seines Teams, denn man habe den Betrieb der Standseilbahn durchgehend offen halten können.
Hoteliers sind grösstenteils zufrieden
Zufrieden ist App dafür mit den Umsatzzahlen der Gastronomie. Im Dezember 2011 habe man gegenüber dem Vorjahr einen zweistelligen Zuwachs erzielen können. Ähnlich zufrieden mit den Umsätzen sind die meisten anderen angefragten Hoteliers. Einzig Jürg Zürcher von den «Sunstar Hotels» teilt mit, man habe über alles gesehen sechs Prozent des Vorjahresumsatzes verloren. Man habe hauptsächlich über die Weihnachtsfeiertage Gäste verloren, weil diese heuer auf ein Wochenende gefallen seien. Danach spricht auch Zürcher von einem guten Ergebnis. Gut ausgelastet waren offenbar auch das «Europe» sowie das «Sporthotel Central». Man führt dies einerseits auf den Spengler Cup zurück – beide Hotels beherbergten Mannschaften (Wolfsburg, Dynamo Riga) mit ihrer Entourage. Andererseits haben sowohl das «Europe» als auch das «Central» ihre Auslastung dank Gästen aus Russland hoch halten können. Ein gutes Fazit zieht auch Philipp Bärtschi vom Kinderhotel «Muchetta» in Wiesen. Man sei dank zahlreicher kurzfristiger Reservierungen vom 27. Dezember bis 7. Januar ausgebucht gewesen. Interessant: Im Dezember stammten 87 Prozent der Gäste aus der Schweiz, im Januar 2012 immer noch 79 Prozent, wie Bärtschi weiter ausführt. Geradezu begeistert tönt das Statement von Cyrill Ackermann, dem Direktor des Hotels «Grischa». Die Festtagsbilanz bis zum 8. Januar sehe sowohl punkto Logiernächten als auch Gastronomie absolut positiv aus. Zurückzuführen sei dies einerseits auf die Tatsache, dass mit dem Team Canada eine Spengler-Cup-Mannschaft im «Grischa» übernachtet habe, die erfah-
rungsgemäss viele Logiernächte generiert. Andererseits seien die Hausgäste wegen des starken Schneefalls vermehrt im Hotel geblieben und hätten dort konsumiert.
Auch in der Gastrobranche lief es gut
Ackermanns Zufriedenheit widerspiegelt sich mehrheit-lich auch in der übrigen Gastronomiebranche. Machte das schlechte Wetter den Skigebieten einen Strich durch die Rechnung, erwies es sich für die Restaurantbesitzer als geradezu perfekt. Denn die Gäste blieben im Tal und konsumierten dort. Einzig Gaby Fur-
rer von der «Lengmatta» spricht von einer leicht schlechteren Bilanz. Dafür sei das Massenlager besser besetzt gewesen. In Restaurants wie dem «Bündnerstübli», dem «Scala» oder dem «Carlo’s» ist man mit den erzielten Ergebnissen durchaus zufrieden.
Hier gelangen Sie zur gesamten "DZ" PDF-Ausgabe: PDF-Ausgabe
Sichern Sie sich hier Ihr Online-Abonnement: Aboservice