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Kleine Ursache, grosse Wirkung

26.08.2010 Archiv Davoser Zeitung

Kleine Ursache, grosse Wirkung

Eine in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch bei Bauarbeiten eingestürzte Behelfsbrücke im Prättigau führte zum Unterbruch der direkten Zugverbindung zwischen Davos und Landquart.

 Barbara Gassler

 

«Nicht auszudenken, wenn wir diese Strecke nicht mehr hätten», sagt der Leiter Betrieb der RhB in Davos, Markus Meier, über die gegenwärtig wichtigste Zugverbindung aus dem Landwassertal nach Filisur. Denn zurzeit ist der vor wenigen Jahren vom Fernsteuerzentrum zur unbemannten Station zurückgestufte Bahnhof Filisur der wichtigste Verkehrsknotenpunkt zwischen Davos und dem Rheintal. «Im Moment werden nur die Personenzüge via das Prättigau geführt. Für alles andere müssen wir freie Kapazitäten durch das Domleschg finden.» Dazu gehören das Reisegepäck der Passagiere, Koffer mit Fluganschluss genauso wie das mitreisende Fahrrad und die täglich bis zu vier Güterzüge mit Post, Getränken, Öl oder dem Davoser Kehricht. Und manchmal genügt es nicht, eine Lücke im fahrplanmässigen Betrieb zu finden: «Der obere Teil der GEVAG-Wagen (Gemeindeverband für Abfallentsorgung in Graubünden) wird zum Be- und Entladen jeweils gedreht. Dadurch, dass wir nun via
Filisur verkehren, stehen sie in Untervaz verkehrt herum und müssen zuerst nach Landquart geleitet werden, um da gedreht zu werden», erzählt Meier. In Filisur kann nämlich lediglich die Lokomotive vom einen Ende des Zuges an das andere gehängt werden, und aus dem Vorwärts wird dann scheinbar ein Rückwärts. Während der Randzeiten führt das dazu, dass nun ein Mitarbeiter aus Davos diese Züge begleiten muss, um diese Arbeit auszuführen. Tagsüber erledigen diesen Rangierdienst Mitarbeiter des mobilen Kundendienstes, der zurzeit am Bahnhof Filisur anzutreffen ist.

Gut vorbereitet
«Wir sind auf solche Betriebsunterbrüche eigentlich gut vorbereitet. Unser Störungsmanagement beschreibt umfassend, wie reagiert werden muss.» Einen guten Zeitpunkt für Unterbrüche gibt es jedoch nicht. Dadurch, dass die Brücke nachts, ausserhalb der Betriebszeiten, nachgab, hatte man im «Rail Control Center» in Landquart etwas Vorlaufzeit, um den Ersatzdienst zu planen. In Davos musste zum Beispiel eine Komposition des Glacier-Express, der am Vorabend für Unterhaltsarbeiten nach Landquart gefahren war, bis Mitte des Vormittags wieder bereitgestellt werden. «Umgekehrt, wäre es später passiert, wären zumindest die Post und der restliche Güterumschlag schon zu einem guten Teil erledigt gewesen», sinniert Meier. So hatten die Kunden am Mittwochmorgen eine Verspätung von rund einer Stunde hinzunehmen. Sie würden allerdings mit Verständnis auf die Situation reagieren. Wichtig sei, dass man das Gespräch mit ihnen suchen würde, berichtet der Betriebschef.

 

Verspätung aufholen
Auch im Passagierdienst werden laufend Anpassungen vorgenommen. «Seit Donnerstagmorgen fährt der um einen Wagen verstärkte Pendelzug wieder bis nach Filisur. Das gibt uns die Möglichkeit, Verspätungen aufzuholen», erklärt Meier. Diese entstehen zwangsläufig, wenn rund 200 Passagiere eines gut besetzten Zuges zwischen Küblis und Fideris auf drei bis vier Busse umsteigen müssen. «Wir bemühen uns sehr, die Kunden in Landquart rechtzeitig auf ihre Anschlüsse zu befördern. Bei der Ankunft in Davos sind Verspätungen bis zu 15 Minuten leider unumgänglich.» Die Züge könnten in Küblis nicht wenden. So könne es momentan in den Wagen etwas eng werden, da keine zusätzlichen Wagen angehängt werden könnten, entschuldigt er sich für weitere, nicht offensichtliche Auswirkungen des Unterbruchs. Gemäss gegenwärtigem Wissen werden die Züge voraussichtlich Samstagmorgen wieder unbehindert verkehren.

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