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Zukunft total ungewiss

28.06.2010 Archiv Davoser Zeitung

Das als 5-Sterne-Plus-Resort geplante «Holland House» der beiden Investoren Dennis van der Valk und Cor van Zadelhoff auf dem Areal der ehemaligen Niederländischen Asthmaklinik (NAD) steht derzeit vor einer unsicheren Zukunft. Grund: Die selben vier Nachbarn, die schon einmal das Projekt verzögert haben, erhoben erneut Einspruch. Nun ist der bereits mehrmals verschobene Baubeginn komplett ungewiss.

 

Therry Brunner

 

Es ist ein Projekt der Superlative, welches die niederländischen Investoren um Dennis van der Valk auf dem Areal der ehemaligen NAD planen: Das «Holland House» soll ein Hotel der obersten Luxusklasse mit 240 Betten und einem Spa-, Wellness-, Sport- und Medizinangebot der Extraklasse werden. Dazu gehören auch 39 sogenannte bewirtschaftete Wohnungen, die an Stockwerkeigentümer verkauft werden sollen. Erst war ein Umbau des Gebäudes samt den dazugehörenden Häusern an der Symondsstrasse geplant. Die Baubewilligung hatte die Gemeinde dem Projekt erteilt. Durch Einsprachen der Nachbarn kam es dann im letzten Sommer zu einem Baustopp, sodass bis anhin erst eine neue Tiefgarage entstanden ist (die «DZ» berichtete). Dann bemerkte man, dass die Statik des Gebäudes zu wenig gut sei. Nur ein Neubau machte damit Sinn. «Die Bauzeit würde damit ein halbes Jahr kürzer, und es macht alles einfacher und finanziell besser», erklärt van der Valk. Geplanter Baubeginn dafür war dann der Frühling 2011. Nun machten aber die selben vier Nachbarn, mit denen sich die In vestoren bereits im Sommer 2009 geeinigt haben, den ambitionierten Plänen mit ihrer erneuten Einsprache bei der Einleitung eines Quartierplanverfahrens, das durch den geplanten Neubau notwendig wurde, einen grossen Strich durch die Rechnung. Und dies notabene bei der allerersten Gelegenheit. «Dass nun schon bei der Einleitung des Quartierplanverfahrens dieselben Leute wieder Einspruch erhoben haben, ist doch sehr überraschend. Es sind ja noch nicht einmal genaue Daten, das Volumen oder die Kubatur offiziell bekannt», sagt van der Valk auf Anfrage. Allfällige Verbesserungen würden ohnehin noch geprüft.

 

«Zurück bei eins»

 

Damit ist das Projekt, das van der Valk für Davos als sehr wichtig erachtet, wieder «zurück auf eins», so der Niederländer, der seit Jahren mit seiner Familie in Davos wohnt und sich dadurch bis auf Weiteres auf das Vermietungsgeschäft im NAD-Gebäude konzentriert. «Wir haben nun einen kompletten Planungsstopp. Es macht keinen Sinn, weiter Geld zu investieren, ohne zu wissen, ob jemals etwas daraus wird.» Im letzten Jahr hätten sie monatlich 150 000 Franken so verplant, und dieses sei nun weg. «Wir müssen nun mit der Gemeinde zuerst das Konzept abklären und das Gespräch suchen. Dafür gibt es aber keinen Zeitplan. Erst dann, und wenn das Projekt wirtschaftlich, nachhaltig und Zukunft haben kann, machen wir weiter.» Deswegen mache es aktuell auch keinen Sinn, mit den vier betreffenden Nachbarn Verhandlungen zu führen. Heisst im Klartext; der Baubeginn ist auf unbestimmte Zeit verschoben.

 

Ziel bleibt dasselbe

 

Deswegen ans Aufgeben denkt van der Valk aber bei Weitem nicht, denn er möchte etwas Nachhaltiges schaffen. «Es kann doch nicht sein, dass man in Davos ein neues Kongresszentrum baut, aber zu wenig gute Hotels hat. Mit dem Konzept ‹Holland House› wollen wir ganzjährig für Davos Wertschöpfung gegenüber dem Kongress erzielen. Davos braucht so etwas, und so steht es ja auch im Leitbild.» Immer wieder erhalte er Kaufangebote für das NAD-Gebäude: «Aber ich bin nicht hierher gekommen, um zu spekulieren und schnelles Geld zu verdienen.» Finanziell sei dieser Aufschub kein Problem. Van der Valk ist überzeugt, dass mit dem Bau des «Holland House» im Vergleich zu heute («im Winter haben wir jeweils 100 Fahrzeuge rund ums Haus») für die Nachbarn zukünftig sogar weniger Verkehr und Emissionen entstehen werden. «Das neue Projekt macht eigentlich für die Nachbarn und Davos alles besser. Und dann erwartet man eigentlich nicht, dass die Leute dagegen sind», meint er. Was die Zukunft in diesem Fall bringen wird, darf man in Davos gespannt sein.

 

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