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Zu den bereits bestehenden Tempo-30-Zonen kommen in der gesamten Landschaft Davos zahlreiche weitere dazu. Dies beschloss der Grosse Landrat in seiner Sitzung vom letzten Donnerstag. Kein Thema mehr ist die Flanierzone an der Promenade.
Bernhard Camenisch
Beinahe wäre der Vorschlag des Kleinen Landrats zur Verkehrsberuhigung am Donnerstag gescheitert. Ein Rückweisungsantrag von Hanspeter Ambühl (FDP) wurde von seinen Kollegen im Grossen Landrat nur knapp mit 7:9 Stimmen abgelehnt. Ambühl hatte seinen Vorstoss damit begründet, dass für ihn wegen des fehlenden Verkehrsgesamtkonzepts zu viele Fragen offen seien. Landammann Hans Peter Michel (FDP), der das Geschäft im Kleinen Landrat vertrat, brachte für Ambühls Argumentation ein gewisses Verständnis auf, erklärte aber, dass die Erarbeitung eines solchen Konzepts mehrere Jahre dauere. Michel drückte es gewohnt rhetorisch gekonnt aus: «Ein Apfel ist auch nicht viereckig. Irgendwo muss man zuerst reinbeissen.»
Von Laret bis Monstein
Der Grosse Landrat entschied sich schliesslich in der Detailberatung einstimmig für den Antrag seines aktuellen Vizepräsidenten Stefan Walser (SP). Dieser deckte sich weitgehend mit dem Antrag des Kleinen Landrats und wurde von der Davoser Regierung unterstützt. Sämtliche bereits bestehenden Tempo-30-Zonen wurden bestätigt. Neu geschaffen werden solche nach einer deutlichen Befürwortung mit 14:2 Stimmen für folgende Abschnitte: Lareterstrasse, Horlaubenstrasse, westliche Mühlestrasse, Salzgäbastrasse westlich der Promenade, Reginaweg zwischen Promenade und Talstrasse, Zentrum zwischen Promenade und Talstrasse, Schatzalpstrasse westlich der Oberen Strasse, Riedstrasse / Flurstras-se / Mittelstrasse östlich Talstrasse, Grüenistrasse westlich der Promenade, Ducanstrasse / Wildenerstrasse / Untere Albertistrasse, Frauenkirch in der nördlichen Lengmatte, Glaris westlich des Landwassers und Monstein ab dem Siedlungsbeginn.
Bauliche Massnahmen verschwinden
Abgelehnt wurden dagegen die Vorschläge zu Tempo-30-Zonen auf dem zentralen Abschnitt der Dischmastrasse und der Hauptstrasse Wiesen. Entgegen des Vorschlags des Kleinen Landrats, zurück zu Tempo 50 zu wechseln, gilt in der Zone Mattastrasse / Hertistrasse weiterhin die Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern. In dieser Zone werden auch die Blumenkisten beibehalten. In sämtlichen anderen Tempo-30-Zonen werden die zur Verkehrsdrosselung gedachten, aber aufwendigen und die Schneeräumung behindernden baulichen Eingriffe entfernt – vorerst testweise für ein Jahr. Die vom Grossen Landrat genehmigten Massnahmen werden etappenweise nach den Prioritäten und finanziellen Möglichkeiten realisiert.
Regierung winkt ab
Ein Thema, das zuletzt für viel Gesprächsstoff gesorgt hatte, ist – wie Landammann Michel am Donnerstag fast schon im Nebensatz erwähnte – gegessen: Die vom Kleinen Landrat ins Auge gefasste verkehrsfreie Flanierzone an der Promenade ist nämlich schon im Anfangsstadium gestoppt worden. Das im Mai des vergan-genen Jahres eingereichte Konzept zu einem vorläufigen «Testlauf» wurde von der Bündner Regierung am 30. März abgelehnt.
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