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Ohne ketzerische Ansichten zu vertreten, muss man feststellen, dass sich der Tourismus bzw. die touristischen Anbieter oftmals schwer mit dem wechselnden Termin von Ostern tun. Auch wer dies verneint, kommt nicht darum herum, dass der jährlich andere Termin zusätzlichen Aufwand, wenn nicht gar zusätzliches Kopfzerbrechen bringt.
Johannes Haltiner
Das Osterwochenende ist so etwas wie ein Synonym für das Ende der touristischen Wintersaison. Wenn nun Ostern ganz früh, d. h. noch im März ist, verkürzt sich die Wintersaison um Tage, ist Ostern aber sehr spät, entsteht zwischen der Winterferienzeit und der Osterferienzeit ein Loch, wo die Gäste ausbleiben. Mit viel Phantasie, Aufwand und Risiko gelingt es gewieften Touristikern, solche «Löcher» zu stopfen. Leicht aber kann in einer solchen flauen Zeit ein grosser Teil des erwirtschafteten Profites drauf gehen. Um solche Situationen zu vermeiden, fehlt es überall an festen Terminen. Da haben wir einmal die stark wechselnde Osterzeit und zum andern die nicht minder wirren Ferientermine der Gästeschaft in den Herkunftsdestinationen. Aus dieser Sicht ist der Ruf wirtschaftlicher Kreise nach einem festen Ostertermin verständlich und auch sinnvoll. Ob er der Kirche Schaden würde, darf bezweifelt werden. Trotzdem ist dieses Ansinnen so weit von der Realität entfernt, wie die Aufhebung des Zölibats in der katholischen Kirche und deshalb auch nicht Wert, sich darüber zu erregen.
Es gäbe aber auch noch eine andere Möglichkeit, nämlich die, dass die Ferien unabhängig vom Ostertermin zu einer festgesetzten Zeit, der nicht jährlichem Wechsel unterworfen ist, festzulegen. Dann könnten sich die touristischen Anbieter ebenfalls auf einen Termin für den Saisonschluss festlegen und jedermann wüsste, wann er noch was erwarten kann. Sie, geneigte Leserin, geneigter Leser, fragen sich, ob das überhaupt ein solches Problem ist und sie haben natürlich recht: Es wäre kein Problem, wenn man keines daraus machen würde.
Nun ist es aber so, dass im Tourismus der Konkurrenzkampf bald schlimmer wütet, als Erben ums Vermögen eines Milliardärs. Und die Gäste? Jedermann wünscht sich an einem Fremdenort das ganze Angebot. Geschlossen Skilifte, Bergbahnen und Hotels passen da nicht ins Bild, das man sich von einem renommierten Wintersportort macht, auch wenn das Angebot der Jahreszeit und der Nachfrage entsprechend noch mehr als genug gross ist.
Als Beispiel Weihnachten
Um trotzdem nochmals auf die eingangs gestellte Frage zurück zu kommen, muss man feststellen, dass in Bezug auf den Termin der Umgang mit Weihnachten doch viel weniger Konflikte birgt. Niemand stört sich daran, dass dieses religiöse Fest nicht immer oder eher selten auf einen Sonntag fällt. Man ist es so gewöhnt. Auch die Ferienregelung ist relativ einfach und erfordert keine schwierigen mathematischen Übungen. Wäre eine entsprechende Anpassung des Ostertermines nicht doch einer Überlegung wert?
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