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Immer dem Heu nach

01.07.2010 Archiv Klosterser Zeitung

Immer dem Heu nach

pd | Im Prättigau gibts ein neues kulturelles Angebot für Gäste und Einheimische. Das Tal mit seiner kulturellen Vielfalt kann erwandert oder mit dem E-Bike erfahren werden, und zwar kompetent geführt durch speziell für dieses Projekt qualifizierte Kulturvermittler.

 

«Stella und roba»

 

Die Tagestour «Stella und roba» gibt anschaulich Einblick in das Leben einer Bergbauernfamilie von einst und von heute. Zügelte man früher mit Tier, Sack und Pack dem Heu nach, wird das Futter heute zum Vieh gebracht. Auf einer leichten Wanderung erfahren die Gäste mehr darüber und was es auf sich hat mit dem Begriff «Stella und roba», zwei prägenden Begriffen der Stufenlandwirtschaft im Prättigau. Die Wanderung beginnt oberhalb von Pany und zieht sich entlang von alten Heuerwegen und sonnenverbrannten Heuschobern bis zur Maiensäss-Siedlung Boda. An ausgesuchten Haltepunkten wird unterwegs anhand von alten Gerätschaften aufgezeigt und kann praktisch ausgeübt werden, was zum Tagwerk eines Bergbauern gehörte. Auch die kulinarischen Genüsse kommen nicht zu kurz. Als Geschenk erhalten die Gäste einen «Spiispüntel», einen Stoffsack mit Aufdruck der
St. Antönier Scherenschnittkünstlerin Monika Flütsch. Und in eben diesem Püntel befindet sich die Mittagsverpflegung, bestehend aus re-gionalen Produkten. Den Schlusspunkt bildet ein Hofrundgang bei der Bauernfamilie in Luzein, wobei sie je nach Jahreszeit auch unterwegs bei ihrer Arbeit angetroffen wird. «Stella und roba» wird von Mai bis Oktober auf Anmeldung jeweils donnerstags durchgeführt.

 

Wilde Wasser überbrücken

 

Das zweite Ganztages- Angebot lautet «Wilde Wasser überbrücken». Die Landquart prägt das Prättigau und bestimmt das Leben im Tal seit Jahrhunderten. Mit dem Elektro-Velo «erfahren» die Gäste entlang des Flusses Kulturgeschichte, von weltbekannter Ingenieurskunst über heilendes Wasser bis zur wirtschaftlich wichtigen Wasserkraft. Die Tour startet in Klosters und führt geruhsam bis ins Vorderprättigau nach Grüsch. Ein imposanter Blick eröffnet sich für einmal nicht auf der Sunnibergbrücke, sondern darunter, und beim Bad Serneus kann das streng riechende Heilwasser «degustiert» werden. Einblick in die Burg Strahlegg, die Begegnung mit dem Holzschnitzer Marco Walli in seiner Werkstatt und das Nebeneinander von neuer
und alter Prättigauer Architektur in den Dörfern vermitteln bleibende Eindrücke. Auch bei diesem Angebot besteht die Verpflegung aus einem «Spiissack». «Wilde Wasser überbrücken» wird von Mai bis Oktober auf Anmeldung jeweils mittwochs durchgeführt.

 

Wer steht dahinter?

 

Die sieben Kulturvermittlerinnen und -vermittler Martin Bölsterli aus Zürich/Fanas, Annatina Däscher aus Schiers, Monika und Jann Flütsch aus St. Antönien, Peter Guler aus Klosters, Nicolaus Salzgeber aus Pany und Karin Stalder aus Zürich/Klosters entwickelten die beiden Angebote aufgrund ihrer Erfahrungen und einer gemeinsamen Fortbildungsreihe unter der Leitung von Sara Smidt Bill aus Jenaz und Marietta Kobald-Walli aus Fideris. Diese Fortbildungsreihe beinhaltete neben verschiedenen geschichtlichen Referaten und Begehungen auch Führungen durch bekannte Persönlichkeiten wie Köbi Gantenbein, welcher auf die Besonderheiten der Architektur aufmerksam machte und Ingenieur Jürg Conzett, der das Thema Brückenbau vertiefte.
Aus den erhaltenen Informationen erarbeitete das Team die nun vorliegenden und über das Kulturbüro Prättigau buchbaren Angebote. Fachlich begleitet wurde das Projekt durch die Kompetenzstelle natur- und kulturnaher Tourismus aus Wergenstein. Finanziert wurde diese Kulturinitiative durch das Tourismusprojekt Prättigau Plus.

 

Das Kulturbüro Prättigau befindet sich im Kulturhaus Rosengarten in Grüsch und wird durch Brigitta Pflugfelder-Held betreut. Informationen unter kultur@praettigau.ch
oder Telefon 081 325 35 91.

 

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