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Hochwasserschutz Klosters in Ausführungsphase gestartet

14.10.2010 Archiv Klosterser Zeitung

Hochwasserschutz Klosters in Ausführungsphase gestartet

Der Spatenstich zum Hochwasserschutzprojekt Klosters-Serneus ist erfolgt.

Fünf Jahre und anderthalb Monate nach dem grossen Hochwasser von 2005 konnte am Dienstag in einer kleinen Feier und in Anwesenheit von Regierungsrat Stefan Engler, Vorsteher des kantonalen Bau-, Verkehrs- und Forstdepartementes (BVFD), der Baubeginn des eigentlichen Hochwasserschutzes an der Landquart gestartete werden.
 

Johannes Haltiner


Was dieser neuen und entscheidenden Phase im Klos­terser Hochwasserschutz vorausgegangen war, hat Gemeindepräsident Markus Haltiner in seiner Ansprache noch einmal Revue passieren gelassen. Er erinnerte daran, dass mit viel Glück keine Personenschäden zu beklagen waren, dass aber die Schäden an Gebäuden, Einrichtungen, Feld und Flur beträchtlich waren. Ein halbes Jahr nach dem Ereignis vom 25. August 2005 wurde die Ingenieurgemeinschaft Fromm/Zarn mit der Ausarbeitung eines Vorprojektes beauftragt. Noch im November 2006 erfolgte die öffentliche Auflage dieses Projektes nach gültigem Wuhrgesetz des Kantons Graubünden. Auf Einsprachen und Weiterzug an das Bündner Verwaltungsgericht entschied dieses Gremium fast ein Jahr später, am 13. Dezember 2007, dass das Projekt gemäss dem inzwischen in Kraft getretenen eidgenössischen und kantonalem Raumplanungsgesetz neu aufzulegen sei. Diese Auflage erfolgte im Juni 2008. Auch gegen diese überarbeitete Projekt erfolgten die gleichen Einsprachen wie vorher. In der Folge gaben einige Einsprecher ihren Widerstand auf. Im August 2008 sahen sich einige Gemeinderäte veranlasst, in einer Petition die Etappierung des Projektes zu fordern, damit die unbestrittenen Teile ausgeführt werden könnten. Die Bündner Regierung lehnte dieses Verlagen ab. Im Dezember 2008 erfolgte die Mitwirkungsauflage des nochmals überarbeiteten Projektes, das aber im Grundsatz unverändert blieb und nur in Details angepasst worden war. Auf den 1. Januar 2009 erfolgte die Amtübernahme durch den neuen Vorstand, der die Weiterverfolgung des Hochwasserschutz-Projektes an erste Stelle seiner Prioritätenliste stellte. Er suchte mit den Einsprechern das Gespräch liess das Projekte am 23. April 2009 vom Gemeinderat verabschieden. Am 21. Juni erfolgte die überzeugende Zustimmung der Stimmbürgerschaft in der Urnenabstimmung. Nachdem schliesslich im Mai 2010 auch die Regierung sich zugunsten des bereinigten Projektes, die Einsprecher konnten schon vorher zum Rückzug ihrer Beschwerden bewegt werden, ausgesprochen hatte, musste noch auf die Subventionierungs-Genehmigung aus Bern gewartet werden. Die Zwischenzeit wurde dazu ausgenützt, in einem Modellversuch durch die Hochschule für Technik in Rapperswil die Wirksamkeit des projektierten Geschiebesammelbecken, dem zentralen Bauwerk des Klosterser Hochwasserschutzes, überprüfen zu lassen. Nun konnte am 12. Oktober 2010 endlich von der Projektierung- und Bewilligungsphase in die Verwirklichungsphase gewechselt werden. Der Gemeindepräsident bedankte sich bei allen, die den steinigen Weg der vorausgegangen Phasen begleitet, geprägt und zum schlussendlichen Abschluss gebracht haben. Gleichzeitig bat er die Betroffenen um Verständnis, wenn in der nun folgenden Bauphase Immissionen entstehen, die zu Beeinträchtigungen führen.
 

Bedeutungsvoller Schritt
Der anwesende Regierungsrat Stefan Engler sprach von der Bedeutung eines wirksamen Hochwasserschutzes in Graubünden. Er freute sich mit dem Gemeindevorstand über den Baubeginn, der nun dank dem Umstand, dass es gelang, den Gordischen Knoten, in dem sich das Projekt eine Zeit lang verstrickt hatte, zu lösen, Wirklichkeit wurde. Er verwies auf gelungene Verbauungs- oder besser Renaturierungs-Projekte, die in den letzten Jahren im Kanton Graubünden verwirklicht werden konnten und die zum Schutz der Bündner Bevölkerung beigetragen haben.
Gemeinderatspräsident Georg Valär seinerseits dankte dem Gemeindevorstand für seinen effektvollen und effizienten Einsatz für das nun startende Projekt und gab seiner Freude Ausdruck, dass der Hochwasserschutz bald nicht mehr nur auf dem Papier, sondern im Gelände zum Wohle der Bevölkerung verwirklicht werden kann.
Mit dem Spatenstich, bzw. dem Setzen des Grundsteines für den Damm des Auffangbeckens, wurde der Bau offiziell gestartet. Es wird aber immer noch rund 2 Jahre dauern bis der Hochwasserschutz im Bereich der Landquart, soweit es überhaupt möglich ist, abgeschlossen werden kann. Die durch das Ereignis von 2005 einmal in Bewegung geratene Natur wird aber noch über Jahre hinaus ständige Anpassungen und Bauarbeiten verlangen.

 

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