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Ergebnisse der Landwirtschaftlichen Planung (LP)

28.01.2010 Archiv Klosterser Zeitung

pd | Zur Beantwortung der Frage «Gesamtmelioration – wie weiter?» wurde im vergangenen Jahr in Klosters-Serneus eine Landwirtschaftliche Planung (LP) durchgeführt. Als Resultat liegt nun ein Gesamtkonzept vor, das aus mehreren Teilprojekten besteht.

 

Die Landwirtschaft auf neuen Wegen


Als eine der wichtigsten Massnahmen ist die Einrichtung eines speziellen Panorama-Höhenweges vorgesehen. Gerade für Klosters-Serneus als international bekannte Tourismusdestination reicht es nicht, sich beim Ausbau des Wegnetzes nur auf die landwirtschaftliche Nutzung zu beschränken. Wege führen zu Orten und schaffen Räume, wo sich Menschen begegnen, Neues erleben und sich gegenseitig informieren. Die Kernidee ist es, mit dem Panorama-Höhenweg eine durchgehende, «erwanderbare und erlebbare» Verbindung zwischen Landwirtschaft, Tourismus, Landschaft, Kultur und Geschichte zu schaffen und möglichst vielseitig zu nutzen. Der Weg soll den landwirtschaftlichen Betrieben – zusammen mit dem Gewerbe, dem Tourismus und weiteren Interessierten – eine durch das ganze Gemeindegebiet führende Verbindung eröffnen, entlang der auf Produkte und Dienstleistungen aufmerksam gemacht wird. Das Ziel ist, Angebote v. a. aus den Bereichen Agrotourismus (z. B. Schlafen im Stroh, Ferien auf dem Bauernhof, Hofbesichtigungen, Schaukäsereien, Kutschenfahrten) und Direktvermarktung (z. B. lokale Spezialitäten, naturnahe Produkte) oder auch von den Alpen (z.B. Verpflegungs- und Übernachtungsmöglichkeiten, Wanderungen, Führungen, Besichtigungen) auf eine attraktive und informative Weise den Gästen näher zu bringen und mit weiteren Sehenswürdigkeiten in der Gemeinde zu verknüpfen. Letztlich will der Panorama-Höhenweg auch als ein Lehr- und Erlebnispfad zeigen, wie «Landwirtschaft, Ökologie, Kulturlandschaft» funktionieren, um ein möglichst breites Spektrum von Gästen darauf aufmerksam zu machen, welche ökologischen Leistungen die Landwirtschaft zugunsten der Natur und der Pflege der Kulturlandschaft leistet. Als Ganzes bietet der Weg den Gästen einen lebendigen und erlebnisreichen Einblick in die Vielseitigkeit der Klosterser Landwirtschaft, Kultur und Natur.

 

Ein Weg zu mehr lokaler Wertschöpfung


Damit entsteht nicht nur eine hervorragende touristische­Verbindung und eine wichtige landwirtschaftliche Erschliessung, sondern zugleich auch ein Ausgangspunkt für eine vertiefte betriebs- und branchenübergreifende Zusammenarbeit zwischen der Landwirtschaft, dem Tourismus und dem Gewerbe. Es sollen Anreize und Möglichkeiten geschaffen werden, damit der Landwirtschaft und dem Gewerbe ein zusätzliches Marktpotenzial und den Touristen die Informationen und der Zugang zu den Angeboten erschlossen werden. Insgesamt kann auf diese Weise die regionale Wertschöpfung gesteigert werden. Deshalb steht der Weg auch allen Interessierten offen, die landwirtschaftliche oder gemeinsam mit der Landwirtschaft hergestellte Produkte und Dienstleistungen anbieten wollen – unabhängig davon, ob sich ihre Angebote in unmittelbarer Nähe zum Weg befinden oder weiter entfernt zu finden sind. Um die Angebote an einem Ort zu bündeln und zu koordinieren, wird vorgeschlagen, als «Schaufenster für die Landwirtschaft» ein Zentrum mit einer Infoplattform, einem Laden und einem Restaurant einzurichten. Dazu könnte z.B. der «Henna Gada» ausgebaut werden.

 

Die Stärkung der Landwirtschaft
Damit die Landwirte das Potenzial des Panorama-Höhenwegs und des Zentrums auch nutzen können, schlägt die Landwirtschaftliche Planung im Weiteren vor, eine Interessengemeinschaft Landwirtschaft Klosters-Serneus zu gründen, was auch einem mehrfach geäusserten Bedürfnis der Landwirte entspricht. Die Hauptaufgabe dieser IG besteht darin, intern die Zusammenarbeit zwischen den Landwirten zu verbessern sowie extern die Anliegen der Landwirtschaft gegenüber dem Gewerbe, dem Tourismus, der Gemeinde und der breiteren Öffentlichkeit zu vertreten.

 

Die Umsetzung durch ein Projekt zur Regionalen Entwicklung (PRE)


Projekte zur Regionalen Entwicklung stellen ein neues Förderinstrument dar, die vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) speziell zur Verbindung von Absatzförderung, Regionalentwicklung und klassischen Strukturverbesserungen angeboten werden. Eines der wichtigsten Ziele ist die Erhöhung der Wertschöpfung durch die verbesserte Vermarktung und den Direktverkauf landwirtschaftlicher Produkte. Deshalb kommt die Landwirtschaftliche Planung zum Schluss, dass sich dieser neue Projekttyp besonders gut zur Realisierung des Panorama-Höhenwegs und der IG Landwirtschaft Klosters-Serneus eignet. Die Durchführung eines PRE erfolgt im Rahmen einer Gesamtvereinbarung zwischen Bund, Kanton, Gemeinde sowie weiteren privaten Beteiligten. Rund 80 Prozent der Kosten werden durch den Bund und den Kanton getragen.

 

Die Ergänzung mit wichtigen Strukturverbesserungen


Die LP hatte jedoch auch zur Aufgabe, Vorschläge auszuarbeiten, wie die nach wie vor anstehenden technischen Probleme gelöst werden können. Dabei geht es insbesondere um den Ausbau und die Sanierung des Wegnetzes, die Verbesserung der Arrondierung sowie der landwirtschaftlichen Bewirtschaftungs- und Produktionsbedingungen, aber auch um die Koordination der verschiedenen landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen und v.a. auch touristischen Nutzungen und Ansprüche ausserhalb der Bauzone. Die LP zeigt konkret auf, wie das PRE mit landwirtschaftlichen Strukturverbesserungen sowie mit raumplanerischen Massnahmen zu kombinieren und zu ergänzen ist. Die Strukturverbesserungen umfassen einen reduzierten Aus- und Neubau von Wegen, eine kleinere Güterzusammenlegung im Teilperimeter Boschga, zwei Pachtlandarrondierungen in den beiden Gebieten Monbiel und Aeuja sowie ein regionales Vernetzungskonzept. Als raumplanerische Massnahmen soll die Gemeinde neben der Erstellung eines kommunalen Gesamtzonenplans, welcher das gesamte Gemeindegebiet einschliesst, insbesondere ein Projekt zum Wald-Weide-Management durchführen, um die Nutzungen und Massnahmen von Forst- und Landwirtschaft aufeinander abzustimmen. Aus dem Zusammenwirken dieser Teilprojekte entsteht in der Summe ein kommunales Gesamtprojekt, mit dem der Umfang (und die Kosten) der ursprünglichen Planung gesenkt und eine inhaltliche Ausweitung mit mehr Nutzen für mehr Interessengruppen erreicht werden kann.

 

Die Bedeutung der Mitwirkung


Ein ganz wichtiges Element der Landwirtschaftlichen Planung war die aktive Mitwirkung aller Beteiligten und Interessengruppen. Die Projektleitung der LP übernahm eine Kerngruppe mit sechs Vertretern aus Landwirtschaft und Gewerbe sowie der Gemeinde, dem kantonalen Amt für Landwirtschaft und Geoinformation und einem externen Ingenieur. Die Kerngruppe wurde durch eine grössere Begleitgruppe unterstützt, die an insgesamt drei Workshops aktiv an der Ausarbeitung mitarbeitete und wertvolle Beiträge leistete. Die Begleitgruppe setzte sich aus insgesamt 18 Vertretern und Vertreterinnen aus den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, nicht-landwirtschaftliche Grundeigentümer, kantonale und kommunale Behördenvertreter, Tourismus und Naherholung sowie Natur- und Landschaftsschutz zusammen. Allen Beteiligten sei an dieser Stelle für die sehr engagierte Mitarbeit nochmals herzlich gedankt.

 

Die nächsten Schritte


Die Ergebnisse der LP wurden durch den Gemeindevorstand und Gemeinderat gutgeheissen. Zugleich wird die Durchführung eines PRE, in Kombination mit gezielten Strukturverbesserungen, vom Bundesamt für Landwirtschaft und dem kantonalen Amt für Landwirtschaft und Geoinformation unterstützt. Im angefangenen Jahr sollen deshalb die entsprechenden Projektierungsarbeiten weitergeführt werden. Ziel ist, im Jahr 2011 auf dieser Grundlage eine kommunale Abstimmung über die Mitfinanzierung eines PRE sowie der ergänzenden Strukturverbesserungsmassnahmen durchführen zu können. Bei Annahme der Vorlage kann anschliessend mit der Umsetzung begonnen werden. Als Abschluss der LP und als Auftakt des PRE möchte die Kerngruppe alle Bewohner und Bewohnerinnen von Klosters-Serneus ganz herzlich zu einem Informationsabend einladen. An diesem Abend möchte Sie die Kerngruppe nicht nur genauer über die Resultate der LP und das weitere Vorgehen im PRE informieren, sondern Ihnen auch aufzeigen, wie sich Interessierte mit Ideen und Vorschlägen am Projekt zur Regionalen Entwicklung beteiligen können. Unter anderem geht es auch darum, den Termin und das Ziel für einen ersten gemeinsamen Workshop bekannt zu geben.
Die Kerngruppe LP Klosters-Serneus, Januar 2010

 


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