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Betriebsberechtigung entzogen

30.03.2009 Archiv Davoser Zeitung

Nun ist also eingetreten, was schon länger befürchtet und vom Stiftungsratspräsidenten Luzius Schmid immer in Abrede gestellt wurde: Der Alpinen Kinderklinik Davos wurde die Betriebsberechtigung entzogen.

 

Barbara Gassler

 

Per Medienmitteilung liess das Graubündner Gesundheitsamt am Montag die Öffentlichkeit wissen, dass der Alpinen Kinderklinik die Betriebsbewilligung entzogen werde. Die betroffenen Patienten müssten bis heute, 31. März, entweder entlassen oder in andere Spitäler verlegt werden.
Ebenfalls per Medienmitteilung hatte, spät am Samstag, wohl im Anschluss an die Stiftungsratssitzung, die gleichentags stattgefunden hatte, die Alpine Kinderklinik unter Stiftungsratspräsident Dr. Luzius Schmid die Medien informiert, dass der Fortbestand der Klinik gesichert und der Umzug ins Alexanderhaus per Juni 2009 beschlossene Sache sei.

 

Mietvertrag für 25 Jahre
Der Mietvertrag sei für die Dauer von 15 Jahren mit zwei Verlängerungsoptionen von je 5 Jahren abgeschlossen worden. Eine Absage erteilt wurde gemäss gleicher Medienmitteilung dem Kooperationsangebot der Höhenklinik Davos im Wolfgang.
Pikant dabei ist, dass gemäss Schilderung des Gesundheitsamts der Stiftungsrat der Aufsichtsbehörde per 23. März ein dreiköpfiges Gremium zur Führung der Klinik angegeben hatte. Zwei davon hätten dem Stiftungsrat schon vorgängig und dem Gesundheitsamt am Mittwoch, 25. März, mitgeteilt, dass sie für diese Tätigkeit nicht zur Verfügung stehen würden. Somit verfügte das Amt am Freitag, 27. März – einen Tag vor der Stiftungsratssitzung –, den Entzug der Betriebsbewilligung und die Schliessung der Klinik per 31. März. Dabei habe es keineswegs am guten Willen der medizinischen Leitung gelegen, war von der Gewerkschaft Syna, die jetzt mit Nachdruck einen Sozialplan für das Personal fordert, zu erfahren. Nach einer Abwahl durch den Stiftungsrat oder einer Demission des Präsidenten Luzius Schmid hätte sich die Ärzteschaft bereit erklärt, die Klinik weiterzuführen. Diese Möglichkeit zu ergreifen, hatte der Stiftungsrat anlässlich der Versammlung vom Samstag jedoch mit 6:5 Stimmen versäumt. Wessen Interessen waren hier vorrangig?
Das an der Alpinen Kinderklinik tätige Personal wusste bis Montagmorgen offiziell noch nichts von der Schliessung.

 

Betrieb wie immer
«Die Verfügung des Gesundheitsamtes liegt mir nicht vor, darum kann ich im Moment nichts dazu sagen», erklärte der leitende Oberarzt Andreas Jung auf Anfrage. «Ich hoffe auf eine Klärung der Situation noch heute Montag.»
Einer Information bedarf auch noch die Hochgebirgsklinik Davos im Wolfgang, welche, gemäss Auskunft des Geschäftsführers Michael Ohnmacht, auf ihr Kooperationsangebot bis zur Drucklegung dieser Ausgabe noch immer keine Antwort hatte.
Einmal mehr wollte Luzius Schmid gegenüber der «Davoser Zeitung» keine Stellung zu den Vorgängen nehmen. Und trotz gegenteiliger Beteuerungen bleibt ein ungutes Gefühl, dass es hier schon lange nicht mehr um das Wohl der Patienten und den Erhalt der Klinik und des Stiftungsvermögens, sondern um das finanzielle Interesse Einzelner geht.
 

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