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Kommt ein eigentliches «Gesundheitsresort» nach Davos?

18.04.2008 Archiv Davoser Zeitung

Landammann Hans Peter Michel präsentiert Vorschlag für modifizierte Klinikzone

 

 

 

Anlässlich einer «FDP-Treff- und -Wahlveranstaltung» genannten Zusammenkunft der Davoser Freisinnigen stellte Dennis van der Valk, niederländischer Investor, Pläne für ein Gesundheitshotel in der ehemaligen Niederländischen Asthmaklinik vor. Landammann Hans Peter Michel erläuterte die raumplanerischen Voraussetzungen.

 

 

Thomas Günter

 

FDP-Parteipräsident Grossrat Simi Valär benutzte seine einleitende Ansprache, um die FDP als «Wertepartei» zu positionieren, die liberales Gedankengut hochhalte, aber diktatorische Ansätze jeglicher Provenienz verurteile. Schon aus diesem Grund seien es die FDP-Kandidaten «wert, gewählt zu werden», so Valär.

 

«Vorwärts» mit dem Gesundheitsplatz

 

Landammann Hans Peter Michel rief die Ende 2004/Anfang 2005 erfolgten Schliessungen von vier Kliniken und den damit verbundenen Verlust von 300 bis 350 Arbeitsplätzen in Erinnerung. Damals hätte die Gemeinde der Thurgauer Schaff-hauser Höhenklinik (TSH) und der Klinik Valbella weitgehende Konzessionen gemacht, indem Teile der Klinikzone einer Bauzone zugewiesen worden seien, eine Regelung, welche die Rettung dieser Kliniken hätte ermöglichen sollen und auch vom Souverän gutgeheissen worden sei. Dennoch, so Michel, hätten beide Kliniken kurz darauf geschlossen, ohne die raumplanerisch geschaffene Möglichkeit zur Querfinanzierung zu nutzen, was unmittelbar zur Einführung einer sogenannten «Planungszone» (ein faktischer Baustopp, Red.) geführt habe.

 

Kantonale Vorprüfung erfolgt

 

Klar, so Michel weiter, sei, dass die «Planungszone» früher oder später aufgehoben werden müsse; klar sei ebenso, dass unter den gegenwärtigen Verhältnissen die noch geltenden Bestimmungen betreffend die «Klinikzone» angepasst werden müssten. Deshalb schlägt der Kleine Landrat im Sinne nachhaltiger Nutzung nun die Schaffung einer modifizierten Klinikzone vor, welche auch Nutzungen als Hotel, als Forschungsstätte und zu Zwecken der Schulung erlaubt. Eine entsprechende Vorprüfung beim Kanton sei positiv verlaufen. Da von der seinerzeit geschaffenen Möglichkeit zur Querfinanzierung mittels Eigentumswohnungen bereits die eingangs genannten zwei Kliniken hätten profitieren können, sei auch im nunmehr vor dem Mitwirkungsverfahren stehenden Erlass eine Möglichkeit zur Querfinanzierung mittels 15% Eigentumswohnungen vorgesehen. Allerdings müssen sich die Investoren vertraglich verpflichten, den unter neuem Regime bewilligten Betrieb während mindes-tens 15 Jahren zu führen.

 

Investor steht bereit

 

Dennis van der Valk, Vertreter der marktführenden Hotelgruppe in den Niederlanden mit insgesamt 81 Hotels, präsentierte das bereits bis in Details ausgearbeitete Projekt eines unter der angepassten Klinikzone möglichen «Gesundheitshotels»: In den Gebäuden der ehemaligen Niederländischen Asthmaklinik könnte mit einem Investitionsaufwand von über 60 Mio. CHF ein modernes Resort im Ganzjahresbetrieb entstehen. Vorbild des Resorts wären so erfolgreiche Betriebe wie Hof Weissbad in Appenzell, Malida Balance Hotel & Spa in Zell am See (A) oder der Quellenhof in Bad Ragaz. Angeboten würden in Zusammenarbeit mit bereits lokal verankerten Institutionen Dienstleistungen wie medizinisch begleitetes Training, präventivmedizinische Angebote, Check-ups, Therapien zu Asthma, Allergologie, Behandlung bei Burnout-Syndrom, Ernährungsberatung und Weiteres mehr.

 

Hybride Nutzung vorgesehen

 

Soweit zur Finanzierung des Projektes Eigentumswohnungen auf den Markt gebracht würden, unterlägen deren Eigentümer einem sogenannten «Bewirtschaftungszwang» mit limitierter Eigennutzung – will heissen, die Wohnungen müssten während des grössten Teils der Saison und insbesondere während des World Economic Forum (WEF) als «warme Betten» zur Verfügung stehen, ein Konzept, das sich andernorts bereits bewährt hat und nicht nur eine nachhaltige Nutzung der bestehenden Liegenschaften garantiert, sondern auch verspricht, Gäste des oberen und obersten Segmentes wieder nach Davos zu bringen.