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Aufgrund von fehlenden Sponsoren droht nun das abrupte Ende.
Therry Brunner
Es gibt wenige Dinge, die uns Menschen so faszinieren wie Filme und Kinobesuche. Eine besondere Rolle kommt dann noch den Open-Air-Kinos zu; was gibt es Schöneres, als an einem schönen Sommerabend in solch einer einmaligen Umgebung wie der Davoser Berglandschaft sich diesem Vergnügen hinzugeben?! Sieben Jahre lang war das Davoser Open-Air-Kino im Kurpark eine grosse Bereicherung und Attraktion des Sommer-Veranstaltungskalenders für Gäste und Einheimische. Und eine Erfolgsgeschichte dazu: So verzeichnete Patric Riederer, der seit 2010 dieses Kino organisiert und leitet (davor war es fünf Jahre lang Peter Huwyler, die Red.), im letzten Sommer den besten Zuschauerdurchschnitt seit Bestehen. Und dies trotz miserablen Wetters: Nur gerade vier Tage verdienten dabei die Bezeichnung «schöner Sommerabend». Nun droht aber das (überraschende) Aus dieses sommerlichen Davoser Kinovergnügens. «Die UBS hat auch in Davos, wie in der ganzen Schweiz, alle Verträge mit den Open-Air-Kinos auf Ende 2011 auslaufen lassen. Das habe ich früh gewusst. Ich bin nun seit Langem am Suchen von Sponsoren, habe unzählige Sponsorenmappen verschickt. Leider alles ohne Erfolg», erklärt Riederer, der sich selber als Kinofreak bezeichnet und für das Davoser Open-Air-Kino extra seine Sommerferien opfert und mit vollem Herzblut dabei ist, ziemlich frustriert. Denn bei allem Zuschauererfolg, ohne Sponsoren lässt sich heutzutage ein OpenAir-Kino einfach nicht finanzieren. Selbst nicht in Davos, wo Riederer gleich auch noch seine Familie und Freundin in den Betrieb eingespannt hat. «Ohne einen solchen Sponsor wie die UBS, der rund 20 000 Franken mitfinanziert, ist das finanzielle Risiko einfach viel zu gross. Und so macht es keinen Sinn, das durchzuführen», so Riederer, dessen Familie jahrzehntelang das Kino in Landquart führte.
Alles wäre bereit
Dabei wäre eigentlich alles bereits aufgegleist und die Planung schon weit fortgeschritten. Riederer befasst sich laufend mit dem Kino- und Filmgeschehen und würde auch für 2012 jede Menge neuer Filme ins Programm einbauen. «Für neue Filme muss ich zwar den Verleihern mehr zahlen, aber das Davoser Publikum hat das in der Vergangenheit goutiert. Und das Datum steht ziemlich fest. Tribüne samt Dach und Technik sind vorreserviert. Eigentlich bin ich so weit wie immer. Ich habe aber punkto Sponsoren schon vieles probiert. Woran die vielen Absagen liegen, weiss ich auch nicht. Vielleicht ist es wegen der allgemeinen Wirtschaftslage», mutmasst Riederer. Sogar eine weitere gewichtige Neuerung hätte er in petto. «Für 2012 käme neu anstatt eines 35-Millimeter-Projektors ein Digital-Projektor zum Einsatz. Das ergäbe nochmals deutlich mehr Qualität und ist für die Besucher ein schöneres Erlebnis, kostet mich aber wiederum zwischen 3000 bis 5000 Franken zusätzlich. 3-D macht hier keinen Sinn, weil es beispielsweise bei Regen nichts bringt», erklärt Riederer, der im Alltag als Elektromonteur tätig ist.
Davoser Support
«Normalerweise bin ich nicht so skeptisch, aber aktuell schätze ich die Chance auf weniger als 50 Prozent ein, dass es heuer doch noch klappt. Dafür habe ich zu viele Absagen gekriegt.» Dabei wäre auch die Unterstützung aus Davos gross. Die Gemeinde würde weiterhin eine Defizitgarantie leisten. Das EWD bliebe als Sponsor erhalten, und auch die Zusammenarbeit mit DDO ist ausgezeichnet, wie Riederer betont. «Diese drei Partner aus Davos unterstützen mich seit Jahren sehr. Darüber bin ich sehr froh und weiss das sehr zu schätzen.» Bedauern würde man das Aus darum auch bei der DDO, wie Marketing-Direktorin Annemarie Meyer auf Anfrage sagt: «Wir fänden es schade, wenn es aus dem Veranstaltungskalender fallen würde. Patric Riederer und seine Familie haben sich in den letzten beiden Jahren sehr stark dafür eingesetzt, und wir danken ihm für sein grosses Engagement.» Allerdings sind der DDO für einen noch grösseren Support die Hände gebunden, so Meyer weiter: «Wir hatten in den letzten beiden Jahren mit Patric Riederer eine sehr gute Zusammenarbeit und haben ihn in verschiedenen Bereichen unterstützt. Wie bei anderen Veranstaltungen würde uns das Fachwissen fehlen, um das Open-Air-Kino selber durchzuführen. Zudem würden wir sicher auf die gleichen Finanzierungsprobleme stossen. Aufgrund unserer Budgetsituation ist es nicht möglich, dass wir uns finanziell stärker engagieren.» Ganz aufgeben will Riederer, dem seine Passion für das hiesige Open-Air-Kino anzusehen und anzuhören ist, aber (noch) nicht. «Vielleicht finden sich ja beispielsweise fünf kleinere Sponsoren statt ein grosser, die dann zusammen das Budget garantieren können, sodass es doch noch klappt.» Die Hoffnung schwindet bekanntlich zuletzt, aber die Zukunft des Open-Air-Kinos ist mehr als ungewiss.
www.openairdavos.ch
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