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Die Mehrwertsteuersätze sind der Gastrobranche schon länger ein Dorn im Auge. Sie sind deshalb in die Offensive gegangen und sammeln Unterschriften mit dem Ziel, die erwähnten Sätze anzugleichen. Nun gewinnt das Thema auch in der Region Davos mehr und mehr an Bekanntheit.
Pascal Spalinger
Die Branchengrenzen zwischen Gastgewerbe und Detailhandel verschwinden immer mehr. Gastronomie findet heute jederzeit und überall statt: Nicht nur in konventionellen Restaurants, sondern auch in Tankstellenshops, an den heissen Theken von Supermärkten, bei Kiosken und Imbisswagen, in Metzgereien und Bäckereien. Das alles würde den Gastronomen eigentlich nichts ausmachen, wenn da nicht die leidige Mehrwertsteuer wäre.
Verschiedene Sätze
Den Gastwirten sind die verschiedenen Steuersätze ein Dorn im Auge. Denn für sie gilt ein Mehrwertsteuersatz von 7,6 Prozent. Für Waren des täglichen Bedarfs – und hier sind die meisten Takeaways beheimatet – gilt hin-gegen ein Satz von 2,4 Prozent. Übernachtungen mit Frühstück schliesslich unterliegen einem Satz von 3,6 Prozent. Die Gastronomen – auch solche aus Davos – finden diese Situation ungerecht, weshalb sie schon seit geraumer Zeit Unterschriften sammeln. In Davos war dies beispielsweise bei Carlo’s Café der Fall. Die Gastronomen hätten am liebsten einen Einheitssatz, wie auch Jürg Zürcher, Präsident von Hotel-Gastro Davos, auf Anfrage bestätigt. Das Thema sei in Davos zwar bisher kaum öffentlich diskutiert worden, weil es hier erst wenige Take-away-Betriebe gebe. Es sei aber schon so, dass das Gastrogewerbe gegenüber diesen in Sachen Mehrwertsteuer benachteiligt sei. Die Volksinitiative «Schluss mit der MwSt-Diskriminierung des Gastgewerbes» verlange keine Privilegien, sondern wolle nur die Ungerechtigkeit aus gastronomischer Sicht aus dem Weg räumen, wie in den Erläuterungen zur Initiative steht.
Einheitssatz erwünscht
Die Wirte könnten beispielsweise mit einem Einheitssatz bestens leben. Wie hoch der sein soll, müsste allerdings ausgehandelt werden, was wiederum viel Zeit in Anspruch nehmen wird. Denn wie eine Umfrage bei regionalen Take-aways ergeben hat, würden bei einer Erhöhung ihres Mehrwertsteuersatzes wahrscheinlich einfach die Produkte teurer. Die Wirte haben bis Oktober Zeit, die nötige Anzahl Unterschriften für ihre Initiative zusammenzubringen. Bis dann jedoch ein definitiver Entscheid gefällt wird, dürfte noch einige Zeit vergehen. Zumal das Volk 2009 beschlossen hat, die Steuersätze zwecks IV-Sanierung per 1. 1. 2011 auf 2,5 respektive 8 Prozent zu erhöhen (Übernachtungen: 3,8 Prozent). Wobei diese Bestimmung sieben Jahre gültig sein soll. Die Davoser Gastroszene muss also – wie die nationale auch – noch einige Zeit in den sauren Apfel beissen und mit der ungleichen Mehrwertsteuer leben.
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