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Eine Frage des Geldes

17.06.2010 Archiv Davoser Zeitung

2012 soll der Parc Ela seinen Betrieb als Regionaler Naturpark aufnehmen. Das eröffnet die Möglichkeit, auf diesen Zeitpunkt hin die Grenzen des Parks im Gemeindegebiet Davos anzupassen. Diskutiert wird derzeit eine Erweiterung um die Zügenschlucht und den Silberberg.

Pascal Spalinger

 

Seit 2008 ist der Parc Ela vom Bund anerkannt als Kandidat für einen Regionalen Naturpark, per 2012 soll die zehnjährige Betriebsphase aufgenommen werden. Bis Ende Oktober müsse der Verein Parc Ela dem Kanton ein entsprechendes Betriebsgesuch zuhanden des Bundes vorlegen, erklärt Dieter Müller, Geschäftsleiter des Vereins Parc Ela, auf Anfrage. In diesem Zusammenhang müsse man unter anderem die Grenzen des Parkes definieren. Und weil die Fraktionsgemeinde Wiesen bereits Mitglied sei, sei im Gespräch mit dem Kleinen Landrat die Idee aufgekommen, die Fraktionsgemeinden Frauenkirch, Glaris und Monstein anzufragen, ob sie Interesse an einem Einbezug in den Naturpark hätten. Momentan ende der Park mitten in der Zügenschlucht. Ein vollständiger Einbezug und auch die Integration des Bergbaumuseums auf dem Schmelzboden wäre eine sinnvolle Abrundung des Parkgebiets, so Müller weiter.

 

Pfortengemeinde Davos

 

Reto Dürst, Mitglied des Kleinen Landrates, ist von der Idee, die Landschaft Davos in den Parc Ela zu integrieren, angetan und lud deshalb kürzlich die Präsidenten der erwähnten Fraktionen sowie Dieter Müller zu einem informellen Gespräch ein. Dürst hat als ehemaliger Präsident der Gemeinde Wiesen punkto Mitgliedschaft im Parc Ela keine negativen Erfahrungen gemacht. Er denkt zudem, dass eine Mitgliedschaft der Davoser Tourismusbranche interessante Möglichkeiten biete. Zudem sei Davos durch die Mitgliedschaft der Fraktion Wiesen ohnehin bereits eine Pfortengemeinde des Parks.

 

Skeptische Fraktionen

 

Ein kleiner Haken besteht jedoch: Die Mitgliedschaft beim Verein Parc Ela kostet eine Kleinigkeit. Jede Mitgliedsgemeinde bezahlt 17 Franken pro Kopf und Jahr. Da Davos jedoch nur mit einem Achtel der Gesamtfläche am Parc Ela teilnehmen wird und dieser ländliche Teil der Gemeinde zudem wenig dicht besiedelt ist, schlägt der Verein Parc Ela für Davos einen Mitgliederbeitrag im Gegenwert von 700 Einwohnern oder rund 12 000 Franken vor. Wie Davos den Beitrag finanziert, ist derzeit noch unklar. Die Fraktionsgemeinden jedenfalls wollen sich nicht beteiligen. Attraktionen wie die Zügenschlucht oder das Bergbaumuseum im Schmelzboden könnten gerne in den Parc Ela integriert werden, dafür bezahlen wolle man aber nicht, heisst es vonseiten der Fraktionspräsidenten Christian Ambühl (Glaris) und Hans Laely (Monstein). Ihre Begründung: Ein Beitritt zum Verein Parc Ela bringe den Fraktionen keinen direkten Nutzen. Müller versteht die dargelegten Argumente zwar, stellt aber auch klar, dass man aus Gründen der Fairness gegenüber anderen Gemeinden keine Ausnahmen machen könne.

 

Lösung wird gesucht

 

Reto Dürst und Dieter Müller fänden es schade, wenn ein möglicher Beitritt von Davos an den Finanzen scheitern sollte. Dürst geht sogar einen Schritt weiter und könnte sich vorstellen, dass die Gemeinde Davos eine Hälfte des Betrages bezahlen könnte, die andere Hälfte beispielsweise die DDO. Entsprechende Gespräche möchte Dürst in Kürze führen. Denn bis im Oktober muss eine Entscheidung gefallen sein.

 

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