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Allein schon der Name «Global Risk Forum» sagt aus, was der Kongress in Davos will: Es geht darum, erstens die weltweit grössten Gefahrenherde für die Menschheit zu erkennen und zweitens aus der gewonnenen Erkenntnis die nötigen Schlüsse zu ziehen. Erwartet werden in Davos zwischen dem 25. und dem 29. August über 1000 Teilnehmer aus über 100 Ländern.
Hans Zimmermann
Das GRF ist eine mittlerweile breit abgestützte Stiftung, welche gegründet wurde von Dr. Walter J. Ammann. Seinen Namen gemacht hat sich der promovierte Bau- und Erdbebeningenieur ETH in Davos als Leiter des Schnee- und Lawinenforschungsinstituts, bevor er sich 2006 entschlossen hat, seinem Leben mit der Gründung des Global Risk Forum nochmals eine Wende zu geben. «Ich sehe mich nicht als Missionar, sehe indes die Chance, etwas zu bewegen, dort, wo etwas bewegt werden kann und muss. Es steht der Schweiz gut an, ein Zeichen zu setzen, und Davos als Zentrum der Stiftung ist geradezu ideal, weil es auch bereits Synergien mit Prof. Dr. Klaus Schwab und dessen World Economic Forum gibt.»
Was wird konkret erörtert?
Erörtert werden können all jene Probleme, welche eine unmittelbare Bedrohung der Menschheit und des friedlichen Zusammenlebens von Völkern und Gesellschaften darstellen. Dr. Walter J. Ammann nennt einige beim Namen, betont aber, dass es sich zumeist um Rattenschwänze handle, indem ein Problem das andere erst entstehen lasse und dann fast zwingend hinter sich nachziehe. Das könne bei der Knappheit an Grundnahrungsmitteln anfangen, die wiederum mit einer regionalen Knappheit mit brauchbarem Wasser zusammenhänge, und Aufstände, ganze Völkerwanderungen, Immigration und bisweilen auch Terrorismus als Folge zeitigen könnten. Dr. Walter J. Ammann: «Wenn es auf dieser Erde nochmals einen grossen Krieg geben wird, dann wird der nicht um Erdöl geführt. Dann wird es um Wasser gehen. Und diesen Krieg können wir verhindern. Unter anderem mit unserem Forum in Davos.» Weitere Themen werden auch sogenannt «echte» Naturkatastrophen sein: Da kann es sich um Erdbeben handeln, um dadurch ausgelöste Flutwellen, um technisch machbare und praktisch umsetzbare Frühwarnsysteme oder schlicht um Fragen wie: «Wie baue ich in einem Erdbebengebiet ein Schulhaus, das nicht zusammenbricht, wenn es schüttelt?»
In Davos hochwillkommen
Der GRF-Kongress ist in Davos hoch-willkommen, bildet er doch auch laut Landammann Hans Peter Michel eine ideale Ergänzung zum World Economic Forum. Denn beide Institutionen reden an sich von den gleichen Problemen. Nur gehen sie sie anders an: Das WEF vielleicht eher mit Blick von oben her, aus der Sicht der Wirtschaft, das GRF indes eher von unten: aus der Sicht der direkt Betroffenen. Das könne irgendwo in der Mitte sehr gute Synergien entwickeln.Erfreut ist natürlich auch die Davoser Hotellerie, doch auch Dr. Walter J. Ammann ist erfreut: Die Hoteliers seien entgegengekommen. Preise wie beim WEF könne man nicht bezahlen. Man sei als Stiftung zwar ähnlich strukturiert wie das WEF, gewisse Staaten würden in Davos sogar auf Ministerebene vertreten sein, doch die am liebsten zählbare Währung sei schon der gute Wille, in Davos zu lernen.
Der Kongress in Davos findet alle zwei Jahre jeweils in der letzten Augustwoche statt. In den sogenannten «Zwischenjahren» gibt es Kongresse «vor Ort» (im letzten Jahr war man im chinesischen Erdbebengebiet, im nächsten Jahr wird man in Afrika tagen). Sehr eng arbeitet das GRF mit der UNO und dem Schweizerischen Aussendepartement DEZA zusammen.
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