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Nun liegen die Resultate vor – und sie sind vielversprechend.
Pascal Spalinger
Auch in Davos wird immer mehr Erdwärme mittels Sonden und Wärmepumpen zum Heizen von Liegenschaften genutzt. Die Gemeinde hat bereits 2008 zur Aufklärung und Förderung der Erdwärme eine Eignungskarte für Erdwärmesonden erstellen lassen, erklärt Gian Paul Calonder, Delegierter für Umweltschutz der Gemeinde Davos, auf Anfrage. Die Abklärungen ergaben, dass die hydrologischen Verhältnisse in einem Teilbereich des Stadtgebietes ungünstig sind und nur eine bedingte Nutzung der Erdwärme mittels Sonden zulassen. Es habe sich damals gezeigt, dass in diesem Bereich eine Nutzung von Tiefengrundwasser in etwa 400 bis 1000 Metern Tiefe sinnvoll wäre, fährt Calonder fort. Eine solche Nutzung könne aber nur angestrebt werden, wenn die Gewähr bestehe, dass im Untergrund Zonen vorkämen, in denen Tiefengrundwasser zirkuliere.
Schall und Geofone
Um dies abzuklären, wurden im Mai dieses Jahres durch das Davoser Ingenieurbüro Geotest AG sowie die GeoExpert AG seismische Untersuchungen mit Schallwellen durchgeführt. Ausgelöst wurden diese einerseits durch ein Fallgewicht von 300 Kilogramm, das aus drei Metern Höhe kontrolliert auf den Boden fallen gelassen wurde, andererseits durch Kleinsprengungen. Die von den Gesteinsschichten reflektierten Schallwellen wurden an der Oberfläche von Geofonen – hochsensiblen Messgeräten – erfasst. Diese Geofone wurden auf einer Messlinie im Abstand von zwei Metern aufgestellt, was für die eine Linie 600, für die andere sogar 700 Geofone
ergab. Die Ergebnisse wurden anschliessend von Geophysikern und Geologen ausgewertet.
Geothermisches Reservoir
Was herausgekommen ist, tönt ziemlich Erfolg versprechend. Der ausführliche Bericht kommt zum Schluss, dass der Felsuntergrund von Davos als «geothermisches Reservoir» mit zirkulierendem Grundwasser bezeichnet werden könne. Man habe sehr viele vertikale Bruchsysteme identifizieren können, entlang derer eine erhöhte Wahrscheinlichkeit bestehe, dass Grundwasser aus dem tieferen Untergrund aufströmen könne, erklärt Gian Paul Calonder. Weil dieses Wasser auch Wärme nach oben transportiere, könne mit einem erhöhten thermischen Gradienten gerechnet werden. Der Bericht kommt zum Schluss, dass in Davos die Voraussetzungen für eine geothermische Nutzung des tiefen Untergrundes insgesamt als aussichtsreich beurteilt werden können.
Bund hat das vorletzte Wort
Mit den seismischen Untersuchungen sei die erste Projektphase nun abgeschlossen, sagt Calonder. Die Ergebnisse lägen nun beim BFE zur Beurteilung. Erst wenn dieses den Schlussbericht gesichtet hat und die Sachlage weiterhin als unterstützungswürdig beurteilt, könne man über eine allfällige zweite Projektphase entscheiden. Diese würde aus einer Erkundungsbohrung und geophysikalischen Messungen im Bohrloch bestehen, die im Erfolgsfall zu einer Produktionsbohrung ausgebaut werden können. Zurzeit sind entsprechende Abklärungen im Gang. Liegen die Ergebnisse vor, will die Gemeinde über das weitere Vorgehen entscheiden. Gian Paul Calonder bezeichnet die spezielle geologische Situation in Davos als Glücksfall. Läuft alles nach den Vorstellungen der Gemeinde, so soll in Davos in absehbarer Zeit noch mehr mit Geothermie geheizt werden. Man brauche dazu aber auch Strom, und der könne irgendwann knapp werden, erklärt Calonder. Potenzial für eine Umlagerung sei aber vorhanden.
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